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Armut

Dieser Text beschreibt Armut.


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Armut Artikel

Armut ist die unzureichende Mittelausstattung zur Befriedigung der lebenswichtigen Grundbedürfnisse. Sie ist häufig bestimmt durch ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze. Armut schränkt die Betroffenen in der freien Ausgestaltung ihres Lebens ein.

Bis in das 19. Jahrhundert hinein (in den Vereinigte Staaten Amerika auch heute noch) wurde bzw. wird Armut überwiegend nicht als gesellschaftlich verursacht, sondern als individuell verschuldet oder "gottgewollt" betrachtet. In Europa setzte sich in dem Zuge der Industrialisierung und der Auseinandersetzung um die Soziale Frage die Auffassung durch, dass Armut als Massenphänomen ein Ergebnis ökonomischer Verteilungsprozesse ist und durch staatliche Politik verringert werden kann.

Hauptursachen von Armut sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sowie stark ungleiche Einkommensverteilung.

Für die Beschreibung der Ungleichheit wird in den Sozialwissenschaften häufig der Gini-Koeffizient oder das Atkinson-Maß als Ungleichheits-Indikator benutzt.

Inhaltsverzeichnis
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Unterschiedliche Armutsbegriffe

„Der Begriff Armut entzieht sich wegen seiner Vielschichtigkeit einer allgemeingültigen Definition.“ (aus: Lebenslagen in Deutschland. Der erste Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Berlin 2001).

Im theoretischen Grundverständnis unterscheiden sich ökonomische Konzepte, die Armut als Mangelversorgung mit materiellen Gütern und Dienstleistungen verstehen, von soziokulturellen Konzepten, die auch nichtmaterielle Bedürfnisse thematisieren (z.B. das Fehlen ausreichender Bildungsmöglichkeiten) - s. insbesondere hier Knappheit.

Das Gegenteil von Armut ist Reichtum.

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Absolute Armut

Als grober Indikator für die absolute Armut wird ab und zu die Verfügbarkeit von 1 US-Dollar in lokaler Kaufkraft pro Tag für die Befriedigung der Lebensbedürfnisse angesehen. Davon sind ungefähr 1,1 Mrd. Menschen global betroffen. Die größte Zahl dieser Menschen lebt in Asien; in Afrika ist allerdings der Anteil der Armen an der Bevölkerung noch höher. Die Mitglieder der UN haben sich beim Milleniumsgipfel in dem Jahr 2 Tausend auf die Absicht geeinigt, bis zu dem Jahr 2015 die Zahl derer, die weniger als 1 US-Dollar am Tag haben, zu halbieren (Punkt 1 der Millenniums-Entwicklungsziele). Nach Angaben der Weltbank vom April 2004 kann dies gelingen, allerdings nicht in allen Ländern. Während durch einen wirtschaftlichen Aufschwung in Teilen Asiens der Anteil der Armen deutlich zurück ging (in Ostasien von 58 auf 16 Prozent), hat sich in Afrika die Zahl der Ärmsten erhöht (im Afrika südlich der Sahara von 1981 bis 2001 fast verdoppelt). In Osteuropa und Zentralasien wurde eine Zunahme der extremen Armut auf 6 % der Bevölkerung errechnet.

Die Bundesregierung hat in dem Jahr 2001 das Aktionsprogramm 2015 verabschiedet, durch das sie die deutschen Beiträge zur Erreichung des ersten Millenniums-Zieles in einer Gesamtstrategie integrieren möchte.

In Wohlstandsgesellschaften ist Armut auf andere Weise zu definieren. Seit 2001 wird in den Mitliedsländern der EU derjenige als arm genannt, der weniger als 60 Prozent des Nettoäquivalenzeinkommens hat (vgl. relative Armut).

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Relative Armut

Die relative Armut ist die Unterversorgung mit materiellen und immateriellen Ressourcen von Menschen bestimmter sozialer Schichten in dem Verhältnis zu dem Wohlstand der jeweiligen Gesellschaft. Diese kann objektiver Natur sein, also unabhängig davon, ob sie vom Betroffenen als solche empfunden wird. Von subjektiver relativer Armut spricht man, wenn der Betroffene sich arm fühlt, unabhängig von der objektiven Feststellung.

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Transitorische Armut

Armut kann temporär, aber auch permant sein. Transitorische Armut gleicht sich für den Betroffenen in dem Verlauf der Zeit wieder aus. Dies ist der Fall, wenn eine gewisse Zeit die Grundbedürfnisse befriedigt werden können, aber zu bestimmten Zeiten nicht. Dies kann durch zyklische Schwankungen, wie Zeiten kurz vor der Ernte, oder auch azyklisch, z.B. durch Katastrophen, auftreten.

Buch-Tipp: Kinder lernen aus den Folgen. Wie man sich Schimpfen und Strafen sparen kann (BBCH-Monograph) Begeisterung pur! Situation: Familie mit 2 Jungs (3 Jahre und 1,5 Jahre); Mutter voll daheim, Vater macht viel mit den Kindern. Trotz der vielen Aufmerksamkeit und Zuwendung wird das Zusammenleben stets aufreibender. Kinder hören nicht zu, erfüllen kein Flehen, kein Betteln, keine Anweisungen. Mama dachte früher, sie wird das können, hat sich...

Armut in Österreich

Nach einem Bericht der Armutskonferenz sind erstmals Daten über so genannte Working Poor verfügbar: in Österreich seien 57 Tausend Menschen (2003) von Armut trotz Arbeit betroffen. Weiters hängt der Grad der Armutsgefährdung von der Art des Beschäftigungsverhälnisses ab:

Teilzeitbeschäftigte mit bis zu 20 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit haben ein dreifaches, bei 21 bis 30 Stunden ein doppelt so hohes Risiko armutsgefährdet zu sein, als Personen, die zwischen 31 und 40 Stunden beschäftigt sind. [1] (http://www.armutskonferenz.at/taten/pa_workingpoor.html)

Weiters kritisiert der Schattenbericht der Armutskonferenz zu dem 2. Nationalen Aktionsplan für soziale Eingliederung 2003-2005 der österreichischen Bundesregierung, dass Langzeitarbeitslose und Migranten und Migrantinnen in diesem Plan vollkommen fehlen [2] (http://armut.at/taten/napsII_schattenbericht_armutskonferenz.html).

Buch-Tipp: Körpersprache. Taschenguide. Einfach! Praktisch! Wissen das jeder weiß und doch nicht merkt Aus dem Buch habe ich nichts gelernt, alles was geschrieben wurde war mir schon bis dato bekannt. Doch ist mir aufgefallen wieviel des mir bekannten ich vergessen habe in dem alltäglichen Leben anzuwenden. Gerade dafür eignet sich dieser kleine Blockbuster hevorragend, um seine Erinnerung aufzufrischen und...

Armut in Deutschland

Das vom Statistischen Bundesamt errechnete monatliche Nettoäquivalenzeinkommen betrug 2002 in den alten Bundesländern 1217 Euro, in den neuen Bundesländern 1008 Euro. Nach den EU-Kriterien für die Armutsgrenze (60 %) liegen die Armutsgrenzen demnach bei 730,20 Euro für den Westen und 604,80 Euro für den Osten.

Nach ersten Zahlen für den "Armuts- und Reichtumsbericht", den die Bundesregierung Anfang 2005 vorlegen will, galten in dem Jahr 2003 13 % der Bevölkerung als arm. 2002 waren es nach diesen Angaben noch 12,7 Prozent. Ein Drittel der Armen sind allein Erziehende und ihre Kinder. 19 % sind Paare mit mehr als drei Kindern. Die Zahl der Kinder in Deutschland, die von Sozialhilfe leben, stieg 2003 um 64 Tausend auf 1,08 Millionen.

Buch-Tipp: Produktive Unterrichtseinstiege. 100 motivierende Methoden für die Sekundarstufen (Lernmaterialien) Empfehlenswert In diesem Buch werden viele Möglichkeiten aufgezeigt, wie interessant in eine Unterrichtseinheit eingeleitet werden kann. Viele Ideen sind gut und sofort umsetzbar, andere Ideen lassen sich spielend auf den eigenen Unterrichtsstil anpassen und umformen. Die Zusammenstellung ist gelungen und gliedert sich in "Ankommen" "Thematisch...

Siehe auch

Reichtum, Amartya Sen, Existenzminimum, Grundrechte, Knappheit, Menschenrechte, Minderheitenschutz, Soziale Gerechtigkeit, Soziale Ungleichheit, Sozialhilfe, Sozialrecht

Buch-Tipp: Vor Sonnenaufgang. Soziales Drama. Vom Suchen, Finden und Negieren der Liebe Alkoholismus, Ausbeutung von Arbeitern und Armut - die Kernthemen, um die sich das Drama „Vor Sonnenaufgang" drehen, lesen sich nicht umsonst wie ein Sammelsurium naturalistischer Themen. Entflammt durch das leuchtende Vorbild Henrik Ibsen, begannen auch deutsche Autoren, allen voran Johannes Schlaf,...

Weblinks


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